Mittwoch, 30. März 2016

Schirmchen-Pam

Der Schnitt "Pam" aus der La Maison Victor Jan/Feb 2016 ist mir gleich beim ersten Durchblättern des Heftes aufgefallen. Seitdem habe ich die Augen offen gehalten nach einem geeigneten Stoff. Am besten konnte ich mir die Bluse in einem gemusterten Stoff vorstellen. Eigentlich in so einem wie er auch im Heft verwendet wird. Leider habe ich mir beim Bestellen zu viel Zeit gelassen, denn er war dann ausverkauft.

Vorletztes Wochenende bei Sewing by the Sea, dem tollen Nähwochenende auf Schloß Noer an der Ostsee - einen Bericht habe ich hier geschrieben-  hatte Alexandra von MamaMachtSachen eine kleine Auswahl von Stoffen der Firma Fashion für Designers dabei. Der Schirmchen-Stoff ist mir sofort ins Auge gefallen. Auch von der Qualität war ich begeistert: 100 % Viskose. Die Farben haben auch die erste Wäsche gut überstanden.



Zu einer klassischen Jeanshose wirkt die Bluse gar nicht. Blau zu blau ist in diesem Fall langweilig.
Im La Maison-Heft trägt das Model einen gelben Rock dazu. Die Idee habe ich mir geklaut und die Bluse mal probeweise mit einer gelben Kaufhose kombiniert:








Es gibt bestimmt noch andere Kombinationsmöglichkeiten, die ebenfalls gut aussehen würden. Weiß? Rot?
Vielleicht ein enger Rock? Was meint Ihr?
Momentan ist es ja sowieso noch ein bisschen zu kalt für so eine dünne Bluse. Ich habe also noch Zeit passende Unterteile zu produzieren.

Was noch so genäht wurde in der Nähnerd-Bloggerwelt, könnt Ihr beim heutigen MeMadeMittwoch sehen.

LG Angela

Mittwoch, 23. März 2016

Sewing by the Sea - Mein erstes Nähtreffen

Ich bin jetzt - fast eine Woche danach - noch immer ganz geflasht von den vielen tollen Eindrücken.
Aber der Reihe nach:

Ich bin ja völlig unerfahren was Nähtreffen angeht. Bislang habe ich immer nur alleine auf meinem Dachboden genäht. Über Nähtechnisches ausgetauscht habe ich mich bisher nur innerhalb meiner Familie, hauptsächlich mit meiner Schwester, meiner Mutter und meiner Schwiegermutter, die alle nähen können. Nähende Freunde oder Bekannte in meiner Umgebung kenne ich nicht, sind mir nicht aufgefallen, oder sie haben sich bisher nur noch nicht geoutet.

Deswegen war ich ganz begeistert, als Alexandra letztes Jahr Ende Oktober zu "Sewing by the Sea" aufgerufen hat. Ich habe schon immer ganz interessiert die Berichte nach der AnNÄHerung in Bielefeld oder der AnNÄHerung Süd im Netz verfolgt. Ich gebe auch zu, dass ich die Vorstellung zu mehreren in einer Jugendherberge zu übernachten etwas merkwürdig fand, liegt doch meine letzte JuHe-Erfahrung ca. drei Jahrzehnte zurück und bin ich mit meinen Schlafgewohnheiten eher die Prinzessin auf der Erbse als jemand der immer und überall in tiefen Schlaf versinken kann.
Hier nocheinmal vielen lieben Dank an meine lieben Zimmergenossinnen Sabine, Ruth und Sabine. Es war sehr nett mit Euch!

Ich konnte im Vorfeld überhaupt nicht einschätzen wieviel man in der Zeit wohl nähen kann. Fürs Zuschneiden und Einlage aufbügeln habe ich vorher zu Hause gefühlt unendlich viel Zeit verbracht. Und es war dann komisch, die Sachen weglegen zu müssen und erstmal nicht zu nähen.


Los ging es ja schon am Donnerstag nachmittag/abend. Nach dem Einchecken, was in einer Jugendherberge natürlich heißt, Bettwäsche organisieren und Bett selbst beziehen, wurden die Nähplätze im Reitstall, einem Nebengebäude vom Schloß, eingerichtet. Sieht das nicht heimelig aus?






Pünktlich um 18 Uhr gab es Abendesssen.

Es ist ja immer irgendwie wichtig, egal wo man war, zu berichten wie das Essen war. Auf Schloss Noer gab es einfache Kost, aber es hat durchaus geschmeckt. Mir ist dabei auch bewußt geworden, wie speziell, vielfältig und anspruchsvoll heutzutage gegessen wird (und früher nicht) und aus welchem Überangebot wir schon beim Einkaufen auswählen können. Somit war das JuHe-Essen am Wochenende eine Back-to-the-roots-Erfahrung, die aber in unserem heutigen Überfluss auch mal gut tut.

Nach dem Abendessen hat erstmal jeder sich und seine geplanten Projekte vorgestellt. Dann ging es gleich ans Nähen. Der Tauschtisch wurde gefüllt und die Pinnwand war eingerichtet:




Leider hatte sich in der Nacht zum Freitag bei mir eine fiese Migräne zusammengebraut, so daß ich am Morgen schon fest entschlossen abreisen wollte. Nach einem kleinen Spaziergang und dem Frühstück ging es mir ein bisschen besser und ich habe mich dann doch erstmal an meine Nähmaschine gesetzt mit dem Gedanken "Ich probiere das jetzt und abreisen kann ich immernoch".

Zum Glück setzte der Nähflow ein und die Migräne wurde allmählich schwächer. Ich bin sehr froh durchgehalten zu haben. Ich hätte so viel Tolles verpaßt. Es war ein wunderbarer Austausch und ein Fachgesimpel rund ums Nähen. So viele tolle Kleidungsstücke sind an diesem Wochenende entstanden. Aber es war auch immer wieder interessant so viele getragene selbstgenähte Kleidung zu sehen. Von früh bis spät einfach Durchnähen zu können war einfach traumhaft.



Es gab so viele nette Begebenheiten:

Der plötzliche Stromausfall gleich am ersten Abend konnte zum Glück schnell behoben werden.

Tanjas Prym-Wendewerkzeug wurde wieder und wieder ausgeliehen und Anna war jedesmal so lieb und hat mit ihrer fachkundigen Unterstützung dafür gesorgt, dass es auch immer angewendet werden konnte.

Wenn ich an "Ruths kleine Boutique" denke, muss ich noch immer schmunzeln.

Bei unserem Ausflug am Samstag Vormittag in Eckernförde hat man sich im Wollgeschäft nebenan gewundert, warum es im einzigen kleinen Nähgeschäft am Ort heute so proppenvoll ist. So ist das, wenn die Nähnerds einfallen.

Die kleine Singer-Spieluhrnähmaschine in einem Dekoladen in der Fußgängerzone war ratz fatz innerhalb von einem oder zwei Tagen ausverkauft. Wahrscheinlich hat man sich auch da gewundert....



Alexandra hatte ja wirklich tolle Stoffe von "Fashion for Designers" dabei. In den blauweißroten Schirmchenstoff habe ich mich sofort verguckt und er mußte einfach mit. Es ging noch anderen so wie mir und ich bin schon ganz gespannt, was ihr anderen daraus nähen werdet. Ich habe den Stoff schon gewaschen. Die Farben leuchten noch immer und die Viskose fühlt sich super an.
Auch auf dem Tauschtisch bin ich fündig geworden und werde mit Sicherheit alle Stoffe von dort vernähen. Ich habe schon ein paar Ideen dazu.

Letztlich habe ich zwei Kleider genäht, die bis auf kleine noch notwendige Änderungen fertig geworden sind, und die Ottobre-Jacke angefangen.

Mein Plan sah so aus:



Tragefotos werden auf jeden Fall noch folgen....

Hier aber erst noch ein paar Bilder vom Wochenende:

Der Reitstall:



Das noch unbesetzte "Nähstübchen" früh am Morgen:


Das Schloss mit Schlosspark. Ab und zu kam die Sonne raus:


Früh morgens am Ostseestrand sah es noch so aus:








Das Wochenende folgte dem Rhythmus: Schlafen, Frühstück, Nähen, Mittagessen, Nähen, Kaffee und Kuchen, Nähen, Abendessen, Nähen usw. Ich habe es bisher selten erlebt, dass mir Schlafmangel so wenig ausmacht. Trotzdem habe ich die ganzen Tage durchnähen können.

Die Abschlusspräsentation fand am Sonntag nach dem Mittagessen im Ballsaal statt. Das richtige Ambiente dafür. Es waren so viele wunderschöne Kleidungsstücke zu sehen: Kleider, Jacken, Röcke, Oberteile, die alle gewürdigt und beklatscht wurden.

Das Nähwochenende war ein super tolles Erlebnis, von dem ich sicherlich noch lange zehren werden. Ich bin inspiriert und voller Ideen für viele neue Nähprojekte und habe viele Schneiderinnen, Hobbyschneiderinnen, Näherinnen, Nähnerds, Nähnerdettes - oder wie auch immer wir uns nennen - kennenlernen dürfen.
Ganz lieben herzlichen Dank an Alexandra von MamaMachtSachen, die das ganze Event geplant und so toll organisiert hat. Auf ihrem Blog findet ihr alle Berichte zu Sewing by the Sea 2016.

LG Angela

Granville

Heute zeige ich eine Granville-Bluse von Sewaholic. Bei allen Sewaholic-Projekten, die ich bisher genäht habe, fand ich die Anleitungen super. Auch bei diesem Schnitt lief beim Nähen alles rund. Für die kniffligeren Sachen findet man auf der Blogseite von Sewaholic auch immer noch Tutorials, die wirklich weiterhelfen.


Als ich den Stoff hier gekauft habe, wollte ich zuerst eine Schlafanzughose daraus nähen.



Aber dann habe ich mich doch für eine Bluse entschieden.




Mit der Paßform bin ich so mittelmäßig zufrieden. Die Bluse könnte durchaus ein bisschen enger sitzen. Ich werde den Schnitt das nächste Mal auf jeden Fall verkleinern. Vielleicht reicht es schon, wenn ich einfach eine kleinere Größe wähle.

Die heutigen Bilder stammen noch aus alten Beständen. Letzes Wochende hatte ich gar keine Zeit neue zu machen. Ich habe nämlich beim Nähwochenende "Sewing by the Sea" auf Schloß Noer teilgenommen.
Alexandra von MamaMachtSachen hat schon einen ersten Bericht verfaßt.

Es war mein allererstes Nähtreffen überhaupt. Bisher habe ich immer nur alleine vor mich hingenäht. Umso schöner und spannender war es deshalb mit 33 anderen die Nähbegeisterung zu teilen. Es war ein wunderschönes nähreiches Wochenende. Ich bin jetzt noch ganz beeindruckt. Vielleicht schaffe ich es über Ostern einen Bericht zu schreiben.

Ich bin mit so vielen Inspirationen nach Hause gefahren, dass ich noch gar nicht weiß, was ich zuerst weiternähen möchte. Beim Schirmchenstoff von Fashion for Designers konnte ich ja nicht widerstehen.
Ich werde einfach damit anfangen!!!!!!

Beim heutigen MeMadeMittwoch gibt es wie immer selbstgenähte Kleidung.

LG Angela

Mittwoch, 16. März 2016

Kleid Harriet

Der Frühling läßt hier bei uns in Niedersachsen noch auf sich warten. Aber es war letztes Wochenende zumindest zeitweise sonnig. Beim heutigen MeMadeMittwoch möchte ich mein Kleid Harriet aus der Nov/Dez Ausgabe 2015 der La Maison Victor zeigen:





Im Heft wird ja ein schwer fallender Stoff verwendet. Der Original-Stoff hat mir super gut gefallen, aber ich wollte den Schnitt erst einmal ausprobieren.
Der Stoff, den ich verwendet habe, ist eher dünn und leider wellt er sich an den abgesteppten Nähten. Das bekomme ich auch durch intensives Bügeln einfach nicht glatt.





Als ich die Bilder gemacht habe, war es ziemlich windig. Das erklärt, weswegen der Rock so "angeklatscht" aussieht und nicht leicht und locker fällt.







Das Kleid ist wirklich sehr einfach zu nähen. Die bebilderten Anleitungen in der LaMaison finde ich auch immer sehr gut. Da könnte sich ein anderes großes deutsches Nähmagazin mal eine Scheibe von abschneiden.
Ich könnte mir für diesen Schnitt durchaus noch andere Varianten vorstellen. Ein schwerer unifarbener Stoff z.B., der besser fällt. Aber auch gemusterte Stoffe könnten ganz gut aussehen. Ich werde ihn bestimmt noch einmal nähen.


Es ist ja noch früh am Morgen. Mal schauen, wer schon beim heutigen MeMadeMittwoch gepostet hat...



Mittwoch, 9. März 2016

Strickjacke aus Jeansgarn

Diese Jeans-Strickjacke heißt "Pool" und ist aus dem Buch "Indigo" von Kim Hargreaves. Ich habe die Jacke mit dem Jeansgarn von Rowan gestrickt, das sich ganz witzig verhält, nämlich wie ungewaschener Jeans-Stoff: Es läuft beim ersten Waschgang etwas ein und entfärbt sich nach und nach, wodurch eine Art Jeans-Look entsteht. Beim Stricken ist das natürlich nicht ganz so witzig, denn ich hatte wirklich blaue Finger und musste mir jedes Mal, wenn ich das Strickzeug beiseite gelegt habe, die Hände waschen. Die Schrumpfung wird bei der Strickanleitung berücksichtigt, d.h. die Jacke wird etwas länger gestrickt.






Die Knöpfe sind Vintage-Knöpfe aus Alt-Messing:


 Hier auf dem Foto glänzen sie extrem, weil ich mit Blitz fotografiert habe. Eigentlich sind sie eher matt:









Das Jeansgarn ist 100% Baumwolle und gibt es in drei Farben: Memphis (helleres Blau), Nashville (dunkleres Blau) und Black.
Ich habe das dunklere Blau verwendet. Die beiden anderen Garnfarben reizen mich aber auch noch, mal sehen, ob ich noch mal was daraus mache, solange es das Garn noch gibt.






Beim heutigen MeMadeMittwoch könnt Ihr wie immer mehr selbstgenähte Kleidung anschauen.











Mittwoch, 2. März 2016

Boucléjacke

Ich bin ja ein Chanel-Fan. Besonders gefallen mir die tollen Boucléjacken. Als es dann in der Burdastyle mal eine Jacke gab, und zwar diese hier, habe ich beschlossen sie zu nähen. Den Stoff fand ich glücklicherweise hier.




Zuerst habe ich die Jacke ganz nach Anleitung genäht. Die Jacke ist eigentlich tailliert geschnitten...




Quelle: burdastyle





....war mir aber trotzdem viel zu weit, irgendwie unförmig. Ich konnte mich mit ihr nicht so richtig anfreunden.

Mittlerweile hatte ich mich mit der Chaneljacken-Nähtechnik auseinandergesetzt. Unter anderem habe ich das Buch mit beiliegender CD-ROM von Claire Shaeffer entdeckt, in der die Chanelverarbeitung wirklich super erklärt wird. Also habe ich beschlossen, die Jacke nochmal (teilweise) aufzutrennen und chanelmäßig nachzuarbeiten:

Ich habe

1. Die Jacke enger genäht und viel mehr tailliert

2. Auf die vorderen Belege Seidenfutter gequiltet, damit der Kragen nicht ständig umklappt.

3. Vorder- und Rückenteile an das Futter gequiltet

4. Die Taschen gefüttert

5. Das Jackenfutter anschließend von Hand eingenäht

6. Die Fransenborte "nachfrisiert"

Boucléstoff aufzutrennen ist wirklich eine Herausforderung, vor allem wenn man sich vorher bemüht hat, die Garnfarbe toll passend für den Stoff auszusuchen! Für diese wirklich kniffelige Arbeit habe ich eine Lupenbrille verwendet und es tatsächlich geschafft den Stoff nicht zu zerschneiden.
Nach der Umarbeitung gefällt mir die Jacke wesentlich besser. Sie sitzt viel besser. Der Kragen zwar noch nicht ganz da, wo er hingehört...




 ...vielleicht muss ich noch einen zusätzlichen Knopf anbringen...






  ....dies sind mit Futterstoff überzogene Druckknöpfe:


 








Jetzt bin ich sehr zufrieden mit der Jacke. Momentan ist es noch ein bisschen kalt dafür. Aber im Frühjahr/Sommer werde ich sie bestimmt tragen. Ich nähe gerade eine weitere Jacke im Chanel-Stil.
Diesmal so richtig mit allem. Man liest ja immer wieder von 70 Stunden, die es dauert, eine Jacke im Chanel-Stil fertig zu stellen. Deshalb wird es wohl auch noch ein Weilchen dauern, bis meine nächste fertig ist!!!
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Meht selbstgenähte Kleidung gibt es beim heutigen MeMadeMittwoch.